Kirchenkreis-Stiftung unterstützt Jugend-Filmprojekt

Erste Ausschüttung von Erträgen für Jugendarbeit, Kindergärten und Ausstellung
Bericht von Marion Unger

Bad Kreuznach. Ein Filmprojekt der evangelischen Jugend, die Kindertagesstätten im Kirchenkreis und die Ausstellung „Zukunftsfähiges Deutschland“ der Aktion „Brot für die Welt“ erhalten finanzielle Unterstützung durch die Evangelische Stiftung An Nahe und Glan. Die Mittel werden zum ersten Mal ausgeschüttet und stammen aus Stiftungserträgen. (Link zum Bericht der AZ Bad Kreuznach vom 19.12.12 PDF)

„An einem Tag der Freude“, so Superintendent Marcus Harke, konnten erstmalig Erträge der Kirchenkreis-Stiftung ausgeschüttet werden. Kuratoriumsvorsitzender Peter Dietz, Heike Eißing und Uwe Braun übergaben die Zuwendungen an drei Projekte. „Die Auswahl ist außerordentlich schwer gefallen, betonte Superintendent Harke.

Unter dem Titel „Schritte ins Ungewisse“ zeichnet ein Team von 17 Jugendlichen und Betreuern derzeit die Lebensstationen von Heinz Hesdörffer nach. Der heute über 90-Jährige aus Bad Kreuznach hat den Holocaust überlebt und teilt seine Erlebnisse unter dem nationalsozialistischen Terrorregime mit Jugendlichen. Junge Leute aus dem Jugendcafé Kirn und dem Ökumenischen Kinder- und Jugendhaus in Bad Kreuznach-Winzenheim haben Hesdörffer zusammen mit den Jugendreferenten Stephanie Otto und Günter Kistner sowie mit Diakon Andreas Duhrmann und Jutta Behn auf einer Reise zu seinen Lebensstationen begleitet und dabei gefilmt. Der Weg führte sie unter anderem in die ehemaligen Konzentrationslager Westerbork und Sachsenhausen sowie nach Theresienstadt.

Begleitet von dem Filmemacher Markus Kiefer recherchierten die Jugendlichen an allen Orten und sind jetzt dabei, das Filmmaterial zu sichten und aufzubereiten. „Es soll ein Film von Jugendlichen für Jugendliche entstehen“, erläutert Stephanie Otto. Die Premiere im Sommer 2013 ist in einem Bad Kreuznacher Kino geplant. Danach wird der Streifen Jugend- und Konfirmandengruppen angeboten als Bericht eines Betroffenen der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten. „Es gibt nicht mehr viele Zeitzeugen dieser Periode“, erklärt Andreas Duhrmann. „Darum nehmen wir die Chance wahr, einen von ihnen in einem professionell gedrehten Film zu Wort kommen zu lassen.“ Die Stiftung belohnte die trotz schulischer Belastung anhaltende Beständigkeit der jungen Leute mit einem Zuschuss in Höhe von 2000 Euro.

Die Evangelische Stiftung An Nahe und Glan unterstützt eine Jugend-Filmprojekt mit 2 000 Euro aus ihren Erträgen. Von links: Uwe Braun, Heike Eißing, Supterintendent Marcus Harke, Peter Dietz, Stephanie Otto, Nicole Freudenberger, Günter Kistner, Nina Butzbach, Andreas Duhrmann, Marcel Glöckner und Jutta Behn.

Die Evangelische Stiftung An Nahe und Glan unterstützt eine Jugend-Filmprojekt mit 2 000 Euro aus ihren Erträgen. Von links: Uwe Braun, Heike Eißing, Supterintendent Marcus Harke, Peter Dietz, Stephanie Otto, Nicole Freudenberger, Günter Kistner, Nina Butzbach, Andreas Duhrmann, Marcel Glöckner und Jutta Behn.

Mit 1 000 Euro unterstützt die Stiftung die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems für die Kindertagesstätten im Kirchenkreis. Sinn dieses Prozesses ist nach den Worten von Fachberaterin Christiane Börnke-Zischke eine Klärung darüber, wie evangelische Kirche die Verantwortung für die ihr anvertrauten Kinder wahrnehmen kann. Immer mehr und immer jüngere Kinder werden – zunehmend auch den ganzen Tag – in den zwölf Kindertagesstätten im Kirchenkreis betreut. Im kommenden Jahr soll in Fortbildungen ein Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt werden. Klassische Elternabende würden den Herausforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht, meint die Fachberaterin. Um mit den Eltern einen Dialog mit positivem Blick auf das Kind und seine Bedürfnisse zu führen, sei zusätzliche Qualifikation nötig. „Erzieherinnen müssen Einfühlungsvermögen für Väter und Mütter entwickeln können“, meint sie.

Die zwölf Kindertagesstätten im Kirchenkreis erhalten Unterstützung durch die Stiftung für die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems. Von links: Uwe Braun, Superintendent Marcus Harke, Peter Dietz und Heike Eißing.

Die zwölf Kindertagesstätten im Kirchenkreis erhalten Unterstützung durch die Stiftung für die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems. Von links: Uwe Braun, Superintendent Marcus Harke, Peter Dietz und Heike Eißing.

Mit der Ausstellung „Zukunftsfähiges Deutschland“ der Aktion Brot für die Welt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus Bad Kreuznach will der Kirchenkreis im Mai und Juni 2013 das Nachdenken über die Reichtum der Region und den Wert regionaler Erzeugnisse anregen. Die Ausstellung enthält zahlreiche interaktive Elemente und soll mit den örtlichen Initiativen vernetzt werden. Schulreferent Ekkehard Lagoda betonte den Willen des Kirchenkreises, auf Themen wie den Verbrauch von Ressourcen und ökologische Verantwortung für die Nachkommen aufmerksam zu machen. „Wir sind reich an Gütern und es ist ein besonderes Anliegen, die Aufmerksamkeit im Kirchenkreis darauf zu lenken“, unterstrich Superintentendent Harke. Die Stiftung unterstützt die Ausstellung mit 1000 Euro.

Die Ausstellung „Zukunftsfähiges Deutschland“ der Aktion „Brot für die Welt“ wird durch die Stiftung mit finanziert. Von links: Uwe Braun, Marcus Harke, Schulreferent Ekkehard Lagoda, Peter Dietz und Heike Eißing.

Die Ausstellung „Zukunftsfähiges Deutschland“ der Aktion „Brot für die Welt“ wird durch die Stiftung mit finanziert. Von links: Uwe Braun, Marcus Harke, Schulreferent Ekkehard Lagoda, Peter Dietz und Heike Eißing.

Die Stiftung verteilte jedoch nicht nur Zuwendungen, sie erhielt selbst ein Geschenk. Für den Gospelchor Grenzenlos überreichte Kassierer Michael Steiger 500 Euro, den Ertrag des Benefizkonzerts in der Hundsbacher Kirche.

Michael Steiger (Mitte) überreichte für den Gospelchor Grenzenlos den Ertrag seines Benefiz-Konzerts in der Hundsbacher Kirche. Von links: Uwe Braun, Marcus Harke, Peter Dietz und Heike Eißing.

Michael Steiger (Mitte) überreichte für den Gospelchor Grenzenlos den Ertrag seines Benefiz-Konzerts in der Hundsbacher Kirche. Von links: Uwe Braun, Marcus Harke, Peter Dietz und Heike Eißing.

Kommentare sind geschlossen.